13.06.2012 - Theaterhaus Jena erhält einen Funktionsanbau


Mario Müller, der technische Leiter des Theaterhauses, stellte gemeinsam mit Janka Voigt und Martin Berger die Pläne für den Neubau am Schillergässchen vor (Bild: Gunnar Poschmann)

Baubeginn noch im Juli

Die lange Zeit des Wartens ist vorbei im Theaterhaus. Nicht mehr lange müssen die Handerker des Hauses in ungeheizten Werkstätten arbeiten. Anfang Juli beginnen die Abrissarbeiten an den Schuppen und Garagen hinter dem Theaterhaus. Noch im Juli beginnen die Arbeiten für den Anbau, der künftig eine Probebühne, Werkstätten, Lagerräume, Toiletten, Duschen und etliches mehr beherbergen soll. Martin Berger, der kaufmännische Leiter des städtischen Eigenbetriebes Kommunale Immobilien stellte die Pläne am Mittwoch, 13. Juni, im Theaterhaus vor. „Wir werden 1500 Quadratmeter nutzbare Fläche schaffen, davon 400 Quadratmeter Lagerräume, 350 Quadratmeter Werkstätten und etwas mehr als 150 Quadratmeter Probebühne“, sagte Berger. Das Gebäude werde zweistöckig hinter dem Theatercafe entstehen und direkt mit dem Theaterhaus verbunden sein. Insgesamt kostet der Anbau 3,8 Millionen Euro für Bau und Ausrüstung. 3,2 Millionen davon kommen aus der Städtebauförderung und Mitteln des Kultusministeriums, 500.000 zahlt die Stadt, 100.000 das Theaterhaus selbst. „Mit diesem Vorhaben erfüllen wir einen Stadtratsbeschluss, und mit dem Geld vom Land ist der Bau gut zu finanzieren“, so Martin Berger. Ende dieses Jahres soll das Kellergeschoss fertig sein, der Baukörper Ende 2013, und Anfang 2014 kann der Neubau bezogen werden. „Wir sind sehr glücklich über den Anbau“, sagte Janka Voigt, die kaufmännische Geschäftsführerin des Theaterhauses. Sie erinnerte daran, wie alt die Pläne für eine Erweiterung des Hauses schon sind. „Bereits Mitte der 90er Jahre hatten Bauhausstudenten Entwürfe erarbeitet, die nie realisiert werden konnten“, sagte sie. Erst 2009 sei die Zeit für einen neuen Anlauf herangerückt. Das Theaterhaus-Ensemble habe die Stadträte eingeladen, damit sie selbst sehen konnten, unter welchen Bedingungen die Theaterhausleute großartige Arbeit leisten. Am Sommer 2010 beschloss der Stadtrat dann, dass ein Funktionsanbau errichtet wird, wenn Fördermittel vom Land fließen. - Und nun ist es endlich soweit. Während der Bauzeit werden die Theaterhausleute noch mehr Kreativität zeigen müssen. Denn die Probenzeiten werden sich ändern, wenn Handwerker im Haus sind. „Natürlich bleibt das Bühnenhaus spielbereit, aber wir werden an dieser und jener Stelle improvisieren müssen“, sagte Janka Voigt. Aber es werden keine Abstriche an der Qualität des Theaters geben. Zum Glück habe Schott bereits Lagerflächen fürs Theaterhaus angeboten. Text: Barbara Glasser