RS 'Johann Gutenberg' und der GS 'Regenbogenschule'

Friedrich-Wolf-Straße. 2
Umbau und Ausbau zu Ganztagsschulen

Blick von der F.-Wolf-Str. Blick von der F.-Wolf-Str. (Bild: Schettler & Wittenberg)

Ganztagsschulen "Maria Montessori" u. "Regenbogen"

Die 1961 errichtete Regelschule befindet sich am Rand eines 60er Jahre Wohngebietes im Norden von Jena. Der Beschluss des Jenaer Stadtrates zum Schulnetzplan im Jahr 2005 sieht den Schulverbund der Regenbogenschule und der J. Gutenbergschule, jetzt umbenannt in "Maria Montessori ", am Standort Friedrich-Wolf-Str. 2 vor.

Zustand vor der Sanierung Zustand vor der Sanierung (Bild: Archivbild)

„Schule als Lebensraum“

Ausgangspunkt war der Umbau der Regelschule zu einer Ganztagsschule im Rahmen des Investitionsprogramms "Zukunft Bildung und Betreuung" der Bundesregierung zum Auf- und Ausbau von Ganztagsschulen. Die Vision „Schule als Lebensraum“, als heller und freundlicher Ort zwischen Tradition und Zukunft stand von Beginn an im Mittelpunkt.

Blick von der Camburger Straße Blick von der Camburger Straße (Bild: Schettler & Wittenberg)

Lichtdurchfluteter Neubau

Im Inneren präsentiert sich der Neubau kompakt und doch lichtdurchflutet. Neben der Montessori-Grundschule in den beiden Obergeschossen befinden sich im Erdgeschoß im Wesentlichen von beiden Schulen genutzte Räume mit der Aula im Mittelpunkt. Sie ist zugleich Speisesaal, Pausen- und Aufenthaltsraum. Mit dem Musikraum und der Bibliothek in unmittelbarer Nachbarschaft und einem großzügigen Ausgang ins Freie bietet sie vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.

Blick in die Pausenhalle Blick in die Pausenhalle (Bild: Claus Bach)

Pausenhallen mit Oberlicht

Herzstück der Grundschule in den beiden Obergeschossen sind die über ein Oberlicht verbundenen und belichteten Pausenhallen. Wie Häuser und Gassen um einen Platz sind die Klassen- und Gruppenräume um den hellen Zentralraum angeordnet. Glasflächen in den Wänden schaffen optisch Erweiterung und zusätzlich Licht. Die Fenster der Unterrichtsräume besitzen als Arbeitsfläche nutzbare breite Fensterbänke.

Abriss für den Neubau Abriss für den Neubau (Bild: KIJ)

Maßstäblichkeit in der Sanierung

Das bestehende Gebäude führt die Maßstäblichkeit der umgebenden Bebauung mit ihrer zurückhaltenden Farbigkeit und ihren großzügigen Grünräumen fort. Im Inneren wurden die Raumstrukturen weitgehend beibehalten. Ein baurechtlich notwendiges Treppenhaus als zusätzlicher Fluchtweg im Brandfall wurde neu eingefügt. Der Gesamtkomplex wurde haustechnisch ertüchtigt.

Flur im Altbau Flur im Altbau (Bild: Claus Bach)

Innensanierung

Die Klassen- und Fachräume mit ihren erforderlichen Nebenräumen wurden, soweit im Bestand nicht möglich, durch Umbau geschaffen, Oberflächen wurden erneuert und neue Fenster mit Sonnenschutz eingebaut. Den künstlerisch-handwerklichen Räumen wird außen ein Werkgarten zugeordnet, der Arbeiten und Ausstellung im Freien zulässt. Fenstertüren erlauben eine direkte Verbindung auf die vorgelagerten Holzterrassen.

Blick vom Hof Blick vom Hof (Bild: Schettler & Wittenberg)

Die Farbe Außen

Schon von Außen unterscheidet sich der hellbeige Altbau vom orangeroten Neubau in der Intensität der Farbigkeit. Die Grundschule für die jüngeren Schüler ist insgesamt etwas farbiger als die Regelschule für die etwas älteren Schüler, auch wenn die verwendeten Farben sich in beiden Teilen wiederholen.

Flur Neubau Flur Neubau (Bild: Claus Bach)

Die Farbe Innen

Schwerpunkt der Farbgestaltung im Altbau sind die Flure. Rote Kästen schieben sich in die Gänge und gliedern ihre Länge. Sie nehmen die neue Haustechnik auf und bilden Nischen in den Klassenräumen. Dazwischen gibt es Sitzbänke in den Fluren. Eine mit einer hellgrünen und beigen Tapete nachgebildete Waldstruktur an den Wänden unterstreicht die Leichtigkeit. Schnittpunkt zwischen beiden Schulen ist eine seitlich verglaste Fuge.

Außenanlage und neues Treppenhaus Außenanlage und neues Treppenhaus (Bild: Schettler & Wittenberg)

Neu erschlossene Freianlagen

Bei Zugang und Innenhof der Schulen folgt die Freiflächengestaltung einer geometrischen Formensprache, während die Rasenflächen im Süden und die großen Sport- und Freizeitrasenflächen im Norden den parkartig gestalteten Rahmen der Gesamtanlage bilden.

Die Aula Die Aula (Bild: Claus Bach)

Der Regenbogen im Außenraum

Sonne und Regen bilden den Regenbogen. Auf den südlich geneigten Dachflächen der Schule wandeln Solarkollektoren die Sonnenenergie in Strom um und im großen Innenhof führen offene Rinnen das Dachwasser in einen Versickerungsteich zur Grundwasserneubildung. Der Buchstabenkrake des Bildhauers Martin Neubert wurde gemeinsam mit den Schülern entwickelt und ein Trinkbrunnen im großen Innenhof stillt auf Knopfdruck den Durst der Schüler.

Projektdaten

Projektentwicklung und Projektsteuerung erfolgte durch den Eigenbetrieb Kommunale Immobilien Jena. Projektleiterin war Frau Illgner. Projektbeteiligte: Architekturbüro Schettler Wittenberg (Weimar), Ingenieurbüro Werner Schöder (Jena), IBA (Jena), IB Thilo Lenich (Stadtroda), Stock + Partner (Jena) Projektkosten: 6.100.000 € (Fördermittel 3.047.000 €) Planung: Juli 2003 - Februar 2006 Bauzeit: März 2006 - August 2007