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Neubau für Jugendzentrum Treffpunkt

Allgemeines
Die Stadt Jena errichtet am Standort Jena-Lobeda/West auf dem Gelände des ehemaligen Kulturzentrums einen Neubau für das Jugendzentrum „Treffpunkt“, das sich derzeit in Lobeda/Ost an der Straßenbahn-Endhaltestelle befindet. Der Bestand ist stark überholungsbedürftig, zu klein und wenig zentral gelegen. Der jetzige Standort wird mit dem Umzug in das neue Gebäude aufgegeben. In Lobeda/West soll nun ein gut erreichbares Gebäude in zentraler Lage geschaffen werden, das die derzeitigen Missstände korrigiert. Die räumliche Nähe zu den Lobedaer Schulen hält Synergien in der Nutzung bereit, wie beispielsweise die Aula-Nutzung, Theaterspiel, Küche und Freizeit als Ganztagsangebot. Zusätzlich sollen Streetworker ein integriertes Domizil erhalten. Mit dem Grundstück wurde ein Standort gewählt, der den Nutzungsforderungen Jugend, Kultur und Sport entspricht. In unmittelbarer Nähe befinden sich der „KUBUS“ mit Freizeitangeboten für die gesamte Bevölkerung sowie ein Sportpark. Dieser soll auch dem neuen Jugendzentrum zur Nutzung bereit stehen. In unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Jugendzentrum erfolgt der Bau einer neuen Schwimmhalle. In diesem Zusammenhang wurden die Grundstückverhältnisse neu geregelt und das vorhandene Flurstück geteilt. Für eine gesicherte Erschließung des neuen Gebäudes mussten im Vorfeld neue Medientrassen im vorhandenen Zufahrtsweg verlegt und das Gelände abgesenkt werden. Diese Maßnahmen liefen in enger Abstimmung mit den Stadtwerken, dem Zweckverband JenaWasser und dem Kommunalservice Jena. Die Zufahrt zum Objekt wird später über die Alfred-Diener-Straße erfolgen. Die Geländemodellierung ist von der Karl-Marx-Allee in Richtung Norden hin fallend. Der tiefer liegender Teil des Geländes wird durch eine teilweise 2-Geschossigkeit ausgeglichen.
Zahlen & Fakten
Das Jugendzentrum umfasst eine 1.200 m² Bruttogeschossfläche mit 660 m² Netto-Nutzfläche, 500 m² Erdgeschoss-, 160 m² Untergeschossfläche. Auf 120 m² wird es einen Offenen Bereich für verschiedene Nutzungen geben, 110 m² groß wird der so genannte Salon. Der Baubeginn erfolgte im Mai 2020. Der Rohbau wird Februar 2021 abgeschlossen sein. Die Fertigstellung des Zentrums ist für November 2021 geplant. Die Investitionskosten für den Neubau betragen 3,8 Mio. Euro, unterstützt wird das Projekt mit 2,3 Mio. EuroThüringer Städtebaufördermittel des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt".
Planung & Konzept
Entwurfsziel war ein ausgewogenes Verhältnis zwischen freizeitlichem Jugendbedarf und sozialpädagogischem Bildungsanspruch. Das Raumprogramm berücksichtigt demzufolge verschiedene Bereiche: offener Bereich, Kreativbereich, Büro und Beratung sowie die Versorgung. Durch die auf dem Grundstück vorhandenen Sport- und Außenanlagen erweitert sich das Spektrum an möglichen Aktivitäten. Die meisten der benannten Bereiche sind im Erdgeschoss anzutreffen. Hier ist die Kernzone der Nutzung im offenen Bereich, den Räumen für spezielle Angebote (Multifunktion, Medien, Küche, Bar) und dem Bürotrakt der Zentrumsleitung und Betreuung der Jugendlichen einschließlich Streetworker. Der dominanteste Raum des Hauses, der Salon, bildet gleichzeitig die Verbindung beider Geschosse (innere Erschließung). Auch dieser Raum ist multifunktional einsetzbar, beispielsweise für Clubabende, Bandproben- und Auftritte, Theater und Workshop. In Kopplung mit dem offenen Bereich soll eine Nutzbarkeit auch für schulische Zwecke entstehen. Im unteren Geschoss finden sich die Werkstatt für handwerkliche Workshops, Lager und Technikräume. Auf dieser Ebene sind die Zugänge zu den Nutzungsangeboten im Außenbereich. Beide Geschosse sind durch einen Aufzug miteinander verbunden und somit barrierefrei erreichbar. Das teilweise zweigeschossige Gebäude bildet den städtebaulichen Rahmen am Figurenbrunnen. Es entsteht eine Platzsituation, die durch die abgewinkelte Anordnung des Salon-Bauteils noch hervorgehoben wird. Der übrige Gebäudekörper ist pavillonartig konstruiert und erhält eine kräftige Fassade, die sich zur Karl-Marx-Allee hin öffnet. Das Dach wird begrünt. Die Objekt-Erschließung erfolgt sowohl medien- als auch versorgungstechnisch von der Alfred-Diener-Straße aus. Auf demGrundstück selbst entstehen ein Wendehammer für die Versorgungsfahrzeuge und Parkstellflächen für Mitarbeiter, Besucher sowie Behinderte. Der Hauptzugang für alle Nutzer erfolgt südwärts von der Karl-Marx-Allee. Dort befinden sich auch die Fahrradstellplätze. Die Erreichbarkeit wird durch die sehr nah liegende Straßenbahnhaltestelle (ca. 200m) begünstigt. Die Flächen sollen möglichst wenig versiegelt werden. So sind Stellplätze aus Schotterrasen geplant. Die Zufahrtsstraße soll Betonrasen- bzw. Betonsplittfugenpflaster erhalten. Vom Parkplatz gelangt man barrierefrei zum Nebeneingang Untergeschoss und zu den Flächen in der Werkstatt. Der Höhenunterschied zum Platz mit Brunnen wird über eine großzügige weitläufige Treppenanlage abgefangen. In die Treppenanlage sind Betonblöcke integriert, die sowohl zum Sitzen, als auch zum Skateboarden geeignet sind. Über eine Rampe entlang der Hauswand können der Haupteingang und das Büro des Streetworkers barrierefrei erreicht werden. Auf dem Areal erfolgen viele Anpflanzungen mit Bäumen, Hecken, Bodendeckern und einer Blumenwiese.
Nachhaltigkeit
Aus energetischem Aspekt kommen LED-Leuchten zur Anwendung. Nach der Überprüfung der Fördermittel-unabhängigen Wirtschaftlichkeit ist eine Photovoltaikanlage Projektbestandteil geworden. Die Temperierung des Gebäudes erfolgt flächenoptimiert für Wärme und Kühlung mittels Sole-Wärmepumpe und ist damit eine regenerative Alternative zur Fernwärme. Aufgrund der vielseitigen Nutzung wird auf raumweise Temperierung geachtet. Es werden sowohl die Decken, als auch die Fußböden mit einem sehr großen Flächenangebot genutzt, um eine möglichst günstige Klimatisierung zu erreichen.