Menschen im Mittelpunkt
Mit der Einführung der Tagesreinigung haben wir nicht nur eine rein organisatorische Veränderung, sondern einen Perspektivwechsel vollzogen: Reinigungsleistungen werden nicht länger als unsichtbare, im Hintergrund erbrachte Dienstleistung verstanden, sondern als sichtbarer, erlebbarer Bestandteil des täglichen Miteinanders in öffentlichen Gebäuden.
Mit der Verlagerung der Reinigung in die Nutzungszeiten treten die Menschen, die diese Arbeit leisten, aus der Anonymität heraus. Reinigungskräfte werden als Teil des Alltags vor Ort – als Ansprechpersonen, deren Arbeit gesehen, geschätzt und unmittelbar wahrgenommen wird. Gleichzeitig verändert sich auch das Verhalten der Nutzenden: Wo zuvor eine „unsichtbare Dienstleistung“ im Hintergrund wirkte, entsteht durch die persönliche Präsenz ein höheres Maß an Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und Wertschätzung im täglichen Umgang.
Die Arbeitsbedingungen für Reinigungskräfte verbessern sich durch planbare, familienfreundliche Zeiten und direkte Kommunikation, während zugleich die Qualität, Transparenz und Steuerbarkeit der Leistung steigt. Reinigungsprozesse werden nachvollziehbar, es können unmittelbare Rückmeldungen oder Bedarfe erfolgen.
Bereits 36 %
der städtischen Gebäude in Jena wurden erfolgreich auf Tagesreinigung umgestellt – nicht durch eine Vorgabe aus der Stadtverwaltung oder politischen Gremien, sondern durch die tiefgreifende Analyse und Auseinandersetzung der aktuellen Situation und künftigen Herausforderungen, durch praxisnahe Pilotierung, kontinuierliches Weiterentwicklung und Austausch in Arbeitsgruppen, vor allem aber durch die Bereitschaft, bestehende Strukturen im Sinne einer besseren Zusammenarbeit zwischen Menschen, Nutzung und Organisation weiterzuentwickeln.
Was wäre, wenn wir beginnen, Reinigung sichtbar zu machen?
Nicht die Räume. Nicht die Prozesse. Sondern die Menschen, die diese Arbeit leisten.
„Ich freue mich, dass ich
am Morgen während des
Gebäudebetriebs arbeiten
kann und keine geteilten
Arbeitszeiten mehr habe.
So genieße ich meine
Nachmittage mit meinen
Enkeln und der Familie und
habe auch Zeit für andere
Erledigungen und Termine.
Ich mag meine Arbeit, weil
ich immer etwas Neues
dazu lerne.“
Carmen Frank, seit 2007 als
Reinigungskraft in verschiedenen
Gebäuden in Jena tätig
Vorteile auf einen Blick
- höhere Transparenz durch sichtbare Leistungen im laufenden Betrieb und nachvollziehbare Prozesse
- verbesserte Qualität durch direkte Rückkopplung zwischen Nutzenden und Reinigungspersonal
- bessere Arbeitsbedingungen durch familienfreundlichere Arbeitszeiten und planbare Einsatzmodelle
- effizientere Steuerung durch klar definierte Abläufe, Zuständigkeiten und Kommunikationswege
- stärkere Einbindung der Nutzenden, die Reinigung als Teil des Alltags wahrnehmen und aktiv Rückmeldungen geben können
Optimierung der Prozesse
- Ausweitung auf zusätzliche Objekte unterschiedlicher Nutzungsarten
- kontinuierliche Optimierung der Abläufe auf der Basis von Praxiserfahrungen
- verstärkte Digitalisierung von Kommunikations- und Steuerungsprozessen, etwa durch Ticketsysteme
- Weiterentwicklung der Vergabestrategien, um qualitative und soziale Kriterien stärker zu verankern
Sie interessieren sich für die Einführung der Tagesreinigung?
Hier finden Sie vertiefende Informationen.
Interview für das BMAS Projekt "Arbeit: Sicher + Gesund"
Handlungshilfe für Kommunen zur Einführung der Tagesreinigung
KIJ als Gründungsmitglied bei der European Daytime Cleaning Alliance in Brüssel
Finalist beim BME-Award "Innovation schafft Vorsprung"
Ihr Ansprechpartner
Robert Grüning
Stellvertretender Bereichsleiter Objektservice
Telefon: 03641 49-7075 | Mobil: 0162 2663003
E-Mail: robert.gruening@jena.de
Mitorganisator der "digitalen Mittagstische" zur Information des BMAS über die erfolgreiche Einführung und Umsetzung der Tagesreinigung sowie des Umsetzungszirkels des Bundesinnungsverband des Gebäudereinigerhandwerks
Vertreter für deutsche Kommunen bei der European Daytime Cleaning Alliance in Brüssel, Belgien